Tätigkeitsschwerpunkte

Urheber- und Medienrecht

Das Urheberrecht schützt nicht nur den Romanautor vor einem Raubdruck oder vor der Übernahme seiner geistigen Schöpfung durch einen Dritten. Wer etwa glaubt, zu dem Roman „Dr. Schiwago“ eine Fortsetzung schreiben zu müssen, wird sich schwer tun, das ohne Verletzung des Urheberrechts von Solschenizyn oder der Rechte von dessen Verlag tun zu können.

In einen Konflikt mit dem Urheberrecht kann auch der geraten, der eine von ihm selbst gefertigte Postkarte mit der Fotografie des Hundertwasser-Hauses in Wien vertreiben möchte (sofern er die Aufnahme nicht von der Straße aus gemacht hat), oder der Verleger einer Ortszeitung, der im Internet ein hübsches Frühlingsgedicht gefunden hat und das arglos in der Oster-Ausgabe seiner Zeitung veröffentlicht, ohne die Erlaubnis des Urhebers einzuholen, oder der, der einen Werbespot für seinen Internetauftritt erstellen möchte und dafür eine Hintergrundmusik verwendet, die er im Internet gefunden hat – oder auch der Pfarrer, der sich für seinen Gemeindebrief oder für seine Rubrik im örtlichen Amtsblatt ein schönes Foto seiner Kirche aus dem Internet herunterlädt. Für den Laien sieht das harmlos aus, aber der Fotograf hat ein Urheberrecht.

Anders als beim Patent oder bei der Marke entsteht das Recht des Urhebers nicht durch die Eintragung in ein Register, sondern schon durch die Schaffung des Werks an sich, sofern das Werk nur schöpferische Eigenart aufweist, also über das rein Handwerkliche hinausgeht. Gegenstand des Urheberrechts kann jede geistige Schöpfung sein, selbst ein EDV-Programm. In allen Fällen ist es allein der Urheber, der bestimmt, wer was mit seinem geistigen Eigentum tun darf.

Aber auch das Urheberrecht hat seine Grenzen. Und wie auch sonst steckt auch hier der Teufel meist im Detail. Im Zweifel sollte man sich nicht ohne rechtlichen Rat auf dieses Glatteis wagen.

Nahe verwandt mit dem Recht des Urhebers ist das Persönlichkeitsrecht, das jede natürliche Person für sich in Anspruch nehmen kann, und das Recht am eigenen Bild. Auch hier kennt man spektakuläre Beispiele aus den Medien. Die Illustrierte, die ein erfundenes Interview mit einer Prinzessin veröffentlicht, verletzt deren Persönlichkeitsrecht, auch wenn das Interview nur Belanglosigkeiten enthält. Dasselbe gilt für den Unternehmer, der ungefragt das Bild eines bekannten Sportlers für seine Zeitungswerbung verwendet.

Im Grundsatz kann jeder selbst entscheiden, ob sein Name oder sein Bild in der Presse veröffentlicht wird. Andererseits ist die Pressefreiheit durch das Grundgesetz geschützt. Die Presse muss deshalb berichten dürfen, ohne den Betroffenen erst um Erlaubnis fragen zu müssen. Das leuchtet noch ein. Aber wo ist die Grenze? Und wie verhält es sich, wenn in der Zeitung ein Bild veröffentlicht wird, in das zufällig noch ein Passant hineingeraten ist? Oder wenn über eine Demonstration berichtet wird und auf den Bildern dazu einzelne Personen erkennbar sind? Daraus ergeben sich Interessenkonflikte, die ohne den Rat des Fachmanns nicht zuverlässig gegeneinander abgegrenzt werden können.

Im Urheber- und Medienrecht beraten Sie vorwiegend Walter Stillner und Dr. Benjamin Stillner.

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